Prof. Dr. Heine (Universität zu Lübeck) spricht in ihrem Vortrag über ihre Vorstudie, in der die Leitfragen lauten: Wie gehen öffentliche Verwaltungen mit dieser veränderten Situation um? Was hat sich bei der Verwaltungsarbeit verändert und wie lange haben die Veränderungen Bestand?

In ihrer Vorstudie wurden 124 Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung zu ihrer Technikaffinität, ihrer Einschätzung zur Dauer der Prozessveränderungen sowie ihre Bewertung der veränderten Regelungen befragt.

Genereller Konsens ist: Die Einstellung zur Digitalisierung ist sehr positiv. Dazu muss aber auch die Stichprobe bedacht werden, denn diese besteht zu großen Teilen aus einem Digitalisierungs- und technikaffinen Teilnehmerkreis. Laut Prof. Dr. Heine soll dieser in zukünftigen Befragungen ausgeweitet werden.

Ebenfalls positiv werden die neuen Regelungen aufgenommen. 92% der befragten Personen stufen diese als angemessen ein. Bedenken gibt es hinsichtlich des Datenschutzes und der rechtlichen Angreifbarkeit. Größter Kritikpunkt ist jedoch tatsächlich, dass die Mitarbeitenden die Maßnahmen als zu kurzgreifend einschätzen. Die Digitalisierung als berüchtigter Angstfaktor – eher lässt sich die Sorge wahrnehmen, dass die Digitalisierung nicht schnell genug gehen kann.

Besonders aufgefallen ist die chaotische Kommunikation und Organisation der neuen Maßnahmen. So erzählt eine befragte Person von ungewissen Arbeitstagen und täglichen Verwirrungen, die aus zahlreichen widersprüchlichen Mails verschiedener Stellen entstanden. Was sich insgesamt heraushören lässt: Es mangelte vor allem an einer gut vorbereiteten und langfristigen Rahmenplanung.

Gerade die Langfristigkeit der Regelungen beschäftigt die Verwaltungen. Die Krisensituation hat im März die Verwaltungen dazu veranlasst, hastig neue Prozesse aufzusetzen und bestehende zu verändern. Auch wenn dies teilweise schon lange gefordert und notwendig gewesen ist, glauben wenige Mitarbeitende daran, dass diese Veränderungen in der Zukunft auch weiterhin bestehen bleiben bleiben.

Trotzdem ist die letztendliche Bewertung der Maßnahmen eher positiv. Corona kann als Wegbereiter für die digitalisierte Verwaltung angesehen werden, jedoch fehlt noch immer ein langfristiger und gut kommunizierter Plan.

Die Präsentation von Prof. Dr. Heine gibt es hier noch einmal zum Nachlesen:

Ein Kommentar zu „Einstellung zur Digitalisierung positiv, aber auch chaotische Kommunikation und Organisation der neuen Maßnahmen

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